„Statt mit der Gießkanne Geld überall hinzuverteilen, müssen wir uns auf das fokussieren, was unsere Resilienz stärkt.“
Dr. Moritz Brake, zum Auftritt bei Markus Lanz, 14.04.2026, ZDF
Der globale Seehandel stellt das Rückgrat der europäischen Wirtschaft dar. Um dieses strategische Fundament zu stärken und zu schützen, muss die maritime Wirtschaft, die Fähigkeit zum heimischen Schiffbau, sowie notwendige Reparaturfähigkeit und Redundanzen für kritische Infrastruktur krisenfest ausgebaut werden.
Resilienz der Seeschifffahrt baut auf diese zentralen Säulen:
Abwehrfähigkeit: Militärischer Schutz vor Angriffen auf Seewege wie in der Straße von Hormus, effizient und mit globaler Reichweite, fähig mit Schwärmen von Drohnen, Marschflugkörpern und Minen umzugehen. Gesamtgesellschaftlich, zivil-militärisch gegen hybride Angriffe, Cyberattacken und analoge Sabotage.
Sicherstellung von ziviler und militärischer Transportkapazität im Krisen- und Verteidigungsfall: Ohne maritime Versorgung kommt unsere Wirtschaft zum Erliegen. Ohne funktionierenden Seetransport – nicht nur für militärische Güter – ist Europa nur wenige Wochen verteidigungsfähig. Glaubwürdige Abschreckung beruht auf der Fähigkeit, auch einen längeren Krieg erfolgreich – oder zumindest unter inakzeptablen Schmerzen für den Angreifer – bestehen zu können.
Sicherstellung eigener Reparaturfähigkeit: Um eine hohe Krisenfestigkeit zu erreichen, muss eine schnelle Wiederaufnahme des Regelbetriebes ermöglicht werden. Hierzu können Unternehmen Ersatzteile und eigene, sowie externe Fachkräfte vorhalten.
Vernetzung und Adaption: Abstimmung und Informationsaustausch zwischen Wirtschaft, Behörden und Streitkräften ist Voraussetzung für einumfassendes Lagebild und krisentaugliche Handlungsfähigkeit.
Resilienz muss vom Gesamtsystem her gedacht werden:
„Nicht das schwächste Glied der Kette sein – und die ganze Kette mitbedenken.“
Wer seine eigene Resilienz stärkt, schützt damit auch die Lieferketten anderer und des gesamten Systems. Innovation ist hierbei der entscheidende Hebel. Mit „business as usual“ kommen wir in diesen Zeiten nicht weiter.
