Das zukünftig „weltgrößte Drehkreuz für Energie“ – aber wie sicher ist die Nordsee? ⚓

Während die Staats- und Regierungschefs beim Nordsee-Gipfel in Hamburg den massiven Ausbau der Offshore-Windkraft vorantreiben, stellt sich eine kritische Frage: Wie bereit sind wir, dieses neue Kernstück unserer Energieversorgung auch physisch zu verteidigen?

Unser Geschäftsführer Dr. Moritz Brake ordnete dazu gestern Abend bei ZDFheute live die aktuelle Sicherheitslage ein.

Die zentralen Thesen von Dr. Moritz Brake:

Schutzlücke auf See: Wir sorgen uns an Land um unsere Kraftwerke, lassen die Infrastruktur auf dem Meer aber noch zu oft ungeschützt. Cyber-Abwehr reicht nicht aus – physische Sabotage ist vor allem auf See die reale Gefahr der hybriden Kriegsführung.

Präsenz statt nur Überwachung: Kameras genügen nicht. Um echte Abschreckung zu erzielen, braucht es physische Präsenz vor Ort. Dr. Brake fordert hierfür den verstärkten Einsatz von Drohnen sowie autonomen Unterwassersystemen, die kostengünstig große Seeräume sichern können.

Klare Signale an die Angreifer: Gegnerische Akteure dürfen nicht glauben, ungeschoren davonzukommen. Kritische Infrastruktur muss als verteidigungsrelevant deklariert werden. Wer unsere Lebensadern angreift, muss wissen, dass Deutschland bereit ist, auch mit militärischen Mitteln zu reagieren.

Resilienz ist Teamarbeit: Nicht nur die Marine, auch die privaten Betreiber sind in der Pflicht. Schutz beginnt durch Maßnahmen der Betreiber und echte Resilienz entsteht durch Backup-Systeme, Reparaturfähigkeit, sofort verfügbare Ersatzteile und Anlagen, die auf Störungen ausgelegt sind.

Sein Fazit: Deutschland und Europa haben die Ressourcen, ihre Sicherheit selbst in die Hand zu nehmen – durch starke Partnerschaften mit NATO-Partnern wie Norwegen und Kanada – und darüber hinaus.

Das gesamte Interview (ca. 10 Min.) mit Dr. Moritz Brake und Victoria Reichelt gibt es hier in der ZDF-Mediathek: Nordsee: Wie Windparks vor Sabotage geschützt werden können